Donnerstag, 15. Februar 2018

Im Reich der Wildtiere


Nach 2 intensiven Fotostunden auf Gränsö und Ekholmen, begannen die Lichtverhältnisse zum Spätnachmittag zusehends schlechter zu werden. Nicht nur das Licht hatte Seines für den Tag getan,  die Feuchtigkeit auf den Wegen begann zu Eis zu werden. Die beiden Inseln gehören zwar zum Stadtgebiet, das zieht sich aber weitläufig am Fjord entlang. Ohne die in Schweden erlaubten Spikereifen wird das Unterwegs-Sein zum Eiertanz.

Von Gränsö aus führt die Straße durch einen der äußeren mehr bewaldeten Stadtteile, zu dem ein Golfplatz gehört. Die parkähnliche Anlage hat zwischen Baumgruppen weite Grasflächen und genau am Rande einer solchen Grasfläche bewegte sich etwas von der Größe eines Pferdes, das meine Aufmerksamkeit auf sich zog. "Ui, ein Elch", entfleuchte mir die Antwort wie von selbst.

Die nächste Seitenstraße, ein paar Meter weiter, war die nächste Parkmöglichkeit. Die Fototasche stand griffbereit auf dem Boden zwischen meinen Füßen und glücklicherweise hatte ich gerade das richtige Objektiv auf der Kamera. 

Für eine gute Position musste ich ein paar Meter zurücklaufen. Die Gelegenheiten, einen Elch zu fotografieren, waren bisher so gut wie nicht vorhanden, sodass ich ohne Rücksicht auf das Motiv ein Foto vom erstbesten Standort machte: "Besser das, als nichts". 


Gemächlich trottete der Elch querfeldein, blieb stehen und sah zu mir herüber, ohne ein Anzeichen von Hektik, eher genauso neugierig, wie ich. "Der ist noch jung", dachte ich gerade, als sich vom Waldrand ein zweiter dazugesellte, stattlicher als der erste, aber auch ohne Geweih. Hier war also eine Zweiergemeinschaft von Kuh und Kalb auf Futtersuche. Ich war froh um den Abstand zwischen mir und den Tieren.

Von da an konnte ich dem Leben der Beiden ein paar Minuten folgen, bis sie es vorzogen, wieder im Wald zu verschwinden.





















Freitag, 9. Februar 2018

Fotoshooting am Fjord

Ich habe weder Hund noch Katze, aber ich habe einen Fotoapparat, mit dem ich gerne, zusätzlich motivert, Stunden außerhalb des Hauses verbringe.

Gestern war so ein Tag, nicht zu kalt und ein wenig sonnig. Schlicht und einfach fast ideale Voraussetzungen für ein Fotoshooting am Fjord.


30km weit ragt die Ostsee von Südost nach Nordwest ins Festland, gerade so, wie die Gletscher der Eiszeit von Nordwest her das Land überzogen und ausgehobelt haben.

Am südlichen Ende des Fjords liegt mein Städtchen und am nördlichen der eigentliche Gründungsplatz. Die Bewohner zogen vor, am offenen Wasser zu wohnen und bauten eine neue Siedlung.

Verglichen mit den norwegischen Fjorden ist unserer nicht tief, nur 72m und das an einer einzigen Stelle. Eigentlich sieht er aus, wie ein breiter Fluß, aber sein Salzgehalt zeigt, es ist Ostseewasser.

Weil der Fjord nur Brackwasser hat (also einen großen Anteil Süßwasser), friert er ziemlich schnell zu. In manchen Wintern ist das Eis so dick, dass sich Manche den Weg über die Landzunge sparen und zu Fuss einfach das Eis überqueren. In diesem Winter, nach fünf eisigen Nächten, gibt es immer noch schwarze Flecken, die zeigen, wo das Eis dünn oder das Wasser offen ist.

Also nichts für die Menschen, außer für  höchst leichtsinnige, aber für Wasservögel. Fressen ... und ruhen gleich nebenan!

Mit Hund und Katz sollte man sich ihnen nicht nähern. Auffliegen kostet Kraft. Menschen sind sie gewöhnt und für Futter wird Manche(r) schon mal etwas zutraulicher.






Vom Licht nicht gerade verwöhnt, nutzt man jede Minute. Die tiefstehende Sonne überzieht die Landschaft mit einem Hauch rosa. Das lässt die ufernahen Häuser kontrastreich strahlen.



Kontraste finden sich auch im Fjord,-  in Farbe und Form. Ziemlich ulkig empfand ich, dass sich der Winter als Zuckerbäcker versucht. Oder sind das etwa keine Puderzucker bestreuten Küchle?